Freitag, 30. November 2012

Watchlist

Gesehen im November: 



Skyfall  7/10
(Sam Mendes, 2012)

Die Geschichte der Nana S.  8/10
(Jean-Luc Godard, 1962)

Szenen einer Ehe  9/10
(Ingmar Bergman, 1973)

Following  7/10
(Christopher Nolan, 1998)

Die Jungfrauenquelle  7/10
(Ingmar Bergman, 1960)

Ein schönes Mädchen wie ich  6/10
(François Truffaut, 1972)

Seven Notes in Black  7/10
(Lucio Fulci, 1977)

Pulp Fiction  9/10
(Quentin Tarantino, 1994)

Drei Farben - Weiß  6/10 
(Krzysztof Kieslowski, 19

Drei Farben - Rot  7/10
(Krzysztof Kieslowski, 1994)

Der Untergang  2/10
(Oliver Hirschbiegel, 2004)

The Sweet Hereafter  8/10
(Atom Egoyan, 1997)

The Elephant Man  8/10
(David Lynch, 1980)

Wie in einem Spiegel  6/10
(Ingmar Bergman, 1961)

Masculin - Feminin  7/10
(Jean-Luc Godard, 1966)

Tenebre  7/10
(Dario Argento, 1983)

A Woman under the Influence  8/10
(John Cassavetes, 1974) 

Ghost Dog: The Way of the Samourai  2/10
(Jim Jarmusch, 2000)

Die Teuflischen  7/10
(Henri-Georges Clouzot, 1955)

Weekend  9/10
(Jean-Luc Godard, 1967)

Die Weiße Rose  4/10
(Michael Vorhoeven, 1982)

Das Geld  8/10
(Robert Bresson, 1983)

Der Prozess der Jean d‘Arc 7/10
(Robert Bresson, 1962)

Faces  7/10
(John Cassavetes, 1968) 

Shadows  7/10
(John Cassavetes, 1959)

Martha  8/10
(Rainer Werner Fassbinder, 1974)

Blast of Silence  7/10
(Alan Baron, 1961)

The Cabin in the Woods  7/10
(Drew Goddard, 2011)

Madagascar 3: Europe‘s Most Wanted  1/10
(Conrad Vernon und Eric Darnell, 2012)

Boudu - aus den Wassern gerettet  7/10
(Jean Renoir, 1932)

Donnerstag, 22. November 2012

Weekend


Week End (Jean-Luc Godard, 1967) 

Mehr geht nicht. Ein praktisch ungenießbares Stück Größenwahn. Godard sucht die Grenzen, nein, das Ende des Kinos. Er legt den Fokus auf Szenen, die gerade vom Zuschauer gemieden werden wollen. Ob nun die andauernde Textzeilen zwischendurch, die legendäre knapp 10 Minuten gehende Plansequenz des Staues, unterlegt mit ohrenbetäubendem Hupen oder ein sich gefühlt Stunden hinziehendes Gespräch, was sich um den Betrug einer Ehe dreht und immer wieder von der Filmmusik übertönt wird. Es war nie so, dass man bei Godard erwarten kann, was einem dieser Film bietet, aber das sprengt den Rahmen des vorstellbaren. Die Angriffsfläche dürfte enorm hoch liegen. "Week End" baut zwar eine Struktur auf, schweift jedoch immer wieder ab. Immer wieder taucht Kritik an Politik auf, Szenen werden wiederholt, aus dem Off wird gesprochen. Die Hauptdarsteller sprechen ihre Verachtung über den Film aus. Mit dem Ziel das Erbgut für den verstorbenen Vater zu beantragen stürzt sich das Ehepaar mit den Zuschauer in einen einzigen Horrortrip. Schon die Anfahrt ist ultraböse. Es gibt Konflikte zwischen ihnen und Anhaltern, Philosophen oder (fiktiven) Gestalten, die bis zur unangenehmen Grenze ausgetragen werden. Ein beeindruckend herausforderndes Experiment, was all die Freiheit, die das Medium doch wirklich besitzt in Erinnerung ruft. Sicher drückt der Regisseur dies auch reichlich polemisch und narzisstisch aus, aber das Ergebnis ist ein purer Antifilm, wie er wohl nie wieder gedreht werden wird.

Freitag, 16. November 2012

The Tree of Life


The Tree of Life (Terrence Malick, 2012)

Erinnerung für Erinnerung zaubert Malick ein Gemälde. Sein Film verweigert sich einer klaren Struktur, denn es ist ein Werk, was sich komplett aus den Gedankengängen eines Menschen, welcher seinen jüngeren Bruder verlor, besteht. Der Tod einer Person wirft bei einem selber natürlich immer existenzielle Fragen auf. Diese stellt nicht Malick, welchem immer wieder vorgeworfen wird pseudophilosophischen Quark zu verbreiten. Sein Film stellt den Versuch eines Menschen dar, zu fragen, wo der Mensch hingeht, den er verloren hat. Da dieser, wie sich in seinen Kindheit zeigt, ziemlich religiös erzogen wurde, spielt Gott dabei natürlich eine große Rolle, nachdem er in diesem Film öfter sucht. Das stößt natürlich noch bei vielen negativ auf, da das immer zu den ach so nervigen Voice-Overn führt, die aus meiner Sicht sowieso deutlich seltener eingesetzt werden, wie immer behauptet wird, denn es sind genug Bilder da, die für sich selber stehen gelassen werden. Dann gehen die Gedanken auch noch rund um das Universum (die Aufnahmen davon - das einzige, was dieser Film mit "2001" zutun hat), die Entstehung der Erde und schließlich in die eigene Kindheit, die man die volle Zeit mit der verstorbenen Person verbracht hat. Die Form und Übergänge in der Malick all dies ohne eine einzige zu lang geratene oder unnötige Sequenz unter einen Hut bringt, bildet einen Sog, dem ich mich auch beim vierten Mal ansehen nicht entziehen kann. Die Bilder haben eine Schönheit, die man so noch nie gesehen hat und ewig im Gedächtnis bleiben. Die Familiengeschichte, welche Malick schildert ist jedoch immer noch der Höhepunkt des Films. Besonders die Geburt und die Szenen als Baby mit den ersten Dingen, denen man begegnet, sind so real und nachvollziehbar, generell fand ich den Film nicht in irgendeiner Weise wirr, sondern in seiner Form, die er präsentieren möchte komplett einnehmend, was wohl auch mit daran lag, dass ich vorher ein schon genug darüber gelesen hatte. "The Tree of Life" hält die volle Zeit die Sicht auf die Dinge in den Augen von der Rolle Sean Penn's fest, bleibt dabei konsequent und endlich mal wieder ein Film, der den Mut aufbringt aus subjektiver Sicht Gedankengänge und Erinnerungen zu visualisieren - und wie! Alles in allem ein Riesenfilm, einer der größten seit langem und der größte der 2010er bisher.