Taxi Driver (Martin Scorsese, 1976)
Mehrere verächtliche Blicke zielen vom Fenster aus auf die Straßen von New York. All der Hass treibt sich hier auf den Straßen rum und jemand kann es von A nach B bringen. Travis fährt um Geld zu verdienen. Fährt da hin wo er hinfahren muss, da ihm eh alles gleich anwidert. Jede Straße. Jede Ecke. Der nächste Zorn wächst. Viele Leute würden hier versuchen irgendwelche Klischees zu kreieren, damit man so eine Wut bekommt. Doch bei Scorseses "Taxi Driver" reicht eine Kamerastellung heraus auf die Nacht durchs Fenster wo all die Prostitution stattfindet. Überall sich Leute gegenseitig angetrunken anmotzen. Die Lichter einem grell entgegen blitzen. "Taxi Driver" ist wahrscheinlich Scorseses tiefgründigster Film und ich wag auch die Prognose, dass es sein Meisterwerk sein könnte, wenn mich nicht noch ein anderes Film von ihm überraschen würde. Mir gefielen ja schon seine Ausflüge ins Gangster-Genre mit „GoodFellas“ und „Casino“. „Departed“ ist ebenfalls nicht so verachten, doch den Oscar-Gewinn hätte er eher hierfür verdient gehabt. Doch die Academy entschied sich (mal wieder) für das Sport-Drama. Um zurück zum Punkt zukommen: Scorsese hat hier einen Charakter erschaffen wie er in seinen ganzen anderen Filmen kaum zu sehen ist. Es gibt kaum oder gar keine Szene ohne ihn, während in seinen Gangster-Filmen es dem Regisseur mehr darum ging den Fokus auf die Mafia zu legen.
"Taxi Driver" ist ein Film über einen Menschen, eine Figur und einen (Anti-)Helden. Ein Charakter der zwischen Selbstzerstörung und Frust steht. Scorsese schlägt hier ein sehr düsteres Kapitel der Einsamkeit auf. Unberechenbar erscheint dieser Mann. Nicht besonders clever. Aber mit einem zu tief pessimistischen Blick auf die Straßen. Je mehr sich sein verschärft, desto wütender wird er - bis er dann schließlich mit der 44er Magnum vor dem Spiegel steht und diese höchstbekannte Szene erschaffen wird. Hier sieht man den ganz großen DeNiro, der leider seitdem das Jahr 2000 angebrochen ist verlernt hat sich vernünftige Rollen zu suchen. Ich hoffe Scorsese holt in da endlich wieder raus und peitscht ihn soweit nach vorne, dass er endlich mal zeigen kann warum er schon seit langer Zeit den Ruf als einen der besten Schauspieler bekommen hat. In „Taxi Driver“ zeigt er dies in absolut jeder Szene.
„Taxi Driver“ ist ein außergewöhnliches und perfekt durchdachtes Charakter-Drama, was einem in seiner Gnadenlosigkeit bei der Darstellung des Alltages fast den Atem verschlägt. Hier wird in höchster Extreme durch das Verhalten von Mitmenschen ein Mann hasserfüllter, als er schon vom Krieg ist. Ein ebenso brillantes wie zorniges Epos.















