Sonntag, 13. Mai 2012

Dogtooth








Kynodontas (Giorgos Lanthimos, 2009)

"Kynodontas" ist ein Film, der (im wahrsten Sinne das Wortes) seine ganz eigene Sprache spricht. Ein verstörendes Werk, über eine von der Aussenwelt völlig abgeschottete Kindheit. Manchmal fliegt vielleicht ein Flugzeug vorbei, aber das ist angeblich nur ein Spielzeuge, was das Kind nicht verdienen. Manchmal schleicht eine Katze über den Weg, aber das ist (wie auf dem Cover beschrieben) das gefährlichste Wesen überhaupt. 

Es gibt viele Szenen in diesem, die man wiederholen möchte, um das gesehene auf der Leinwand zu erfassen. Irgendwie muss man sich erstmal in diese Situation, diese ganze Geschichte erstmal reinversetzen. Ein ganz außergewöhnliches Werk. Die Dialoge hatten auf mich irgendwie einen ganz eigenartige, aber irgendwo auch real eingehende Wirkung. Es dauert immer lange bis einer antwortet. Generell hat man die ganze Laufzeit über nie das Gefühl, dass irgendetwas (gewollt) überzogen wirkt, obwohl es hier schon einige bizarre Momente und Handlungsverläufe gibt. Da wäre z.B. das Austauschen von "Lecken" gegen Sachen wie Haar-Reifen, Gel oder Bücher zu erwähnen. Mit ein Grund für die durchgängige Glaubwürdigkeit dürfte wohl sein, dass es "Kynodontas" großartig umgeht das ganze Szenario aufklären zu wollen oder gar eine Flucht aus dieser kleinen Welt darzustellen, was dem Film möglicherweise dies völlig entrissen hätte. Jedoch schafft er es nicht, dass die Charaktere und die Geschichte einem richtig nahegeht, was aber nicht heißt, dass er einen nicht mitnimmt, was wohl an dem Stück schwarzen Humor liegt, der ihn ein bisschen sperrig macht. Dennoch gelingt es dem Film einige Elemente in die Geschichte zu packen. So ist "Kynodontas" für mich ein ungewöhnliches, chaotisches, polarisierendes Kunstwerk gelungen, was man dem einem empfehlen kann und wovon man dem anderen dringend abraten sollte. 

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