Donnerstag, 31. Mai 2012

Rosemaries Baby

Rosemary's Baby (Roman Polanski, 1968)


Man hört von Menschen, die erblinden; Menschen, die aus dem Fenster springen; Menschen, die einschlafen und nie wieder aufwachen. All diese Tiefschläge ziehen an dem Zuschauer vollkommen spontan vorbei, während eine Frau namens Rosemary sich durch ihre Schwangerschaft und das Zeugen eines neuen Menschen hindurch quälen muss. Allein der Anfang davon wird mit einer endlosen Albtraum begonnen, bevor dann mit Rosamary's Schwangerschaft, Rosemary's wahrer Albtraum beginnt: Andauernde Schmerzen, ekelige Säfte. Ist das normal bei einer Schwangerschaft? Niemand hat Recht, niemand hat Unrecht. Oder sind es doch die üblichen Verdächtigen. Falscher, neuer Arzt? Böse Nachbarn? Hätte man dem alten Arzt vertrauen sollen? Oder auf die guten biologischen, weisen Tipps hören. Vielleicht hat ein Buch doch Recht? Ein Hexe-Buch? Ist jetzt auch noch Er böse? Kann man überhaupt noch jemanden trauen?
Roman Polanski schafft es durch seine langsame Erzählung den Zuschauer vorsichtig immer misstrauischer, beängstigender zu machen und lässt ihn so mit den Figuren im Dunklen und Hellen tappen zu lassen und nach Antworten suchen. Wer hier aber einen puren Horrorfilm erwartet wird bei "Rosemaries Baby" vor allem eines tun: warten. Wer aber einen stark erzählten, langsamen Thriller mit reduzierten und geheimnisvollen Horror-Elemten erwartet, kriegt genau dies und dabei aber auch noch eine bissige Satire auf Okkultismus mit den ständig versteckten Elementen, bei denen man aber trotzdem die volle Zeit neugierig bleibt. Nicht zuletzt fragt man sich dann aber doch nur: Was ist denn nun der Wiege?

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