Dienstag, 8. Mai 2012

Blutgericht in Texas

The Texas Chainsaw Massacre (Tobe Hooper, 1974)

Die Hitze brütet in Texas trostlos vor sich hin, alles scheint ausgestorben, während sich ein Van mit quatschenden Teenagern um die Straße durch diese Gegend schleicht und man im Hintergrund noch das Radio hört. Dabei werden die Figuren vorgeführt, die einem sowohl äußerlich als auch von den Dialogen her vertraut vorkommen und genau die Figuren bilden, die man schon meint in jedem Horrorfilm unterm Messer liegen gesehen zu haben. Natürlich etwas overacted, natürlich keine großen Sympathisanten, aber diesen geballten, doch nahegehenden und erschreckenden Terror, der einem hier vorgesetzt wird wünscht man echt niemanden. Durch die flirrende Musik, die vielen Nahaufnahmen und das Rein-gezoome lässt der Film einen nie kalt. "The Texas Chainsaw Massacre" ist wirklich brutal, wird dadurch, dass man nicht so viel zeigt außerdem noch einmal schmerzvoller wird. Die Szene mit dem Fleischerhaken z.B. wollte, wie ich las, Hooper vorerst deutlich blutiger gestalten, bevor ihm der Tipp gegeben wurde, dass die Szene so wie sie jetzt ist doch wirkungsvoller sei. Besonders beeindruckt hat mich nicht zuletzt das unglaublich gruselige Setting in dem Haus voller Skelette und Tierkadaver. Das Finale geht dann nach dem langsamen und atmosphärischen Aufbau mit dem ersten Verschwinden mit dem Personen wirklich dramatisch, schockierend und dabei noch ordentlich langgezogen und davon jedoch jede Sekunde voll ausnutzend, weil absolut spannungsgeladen von statten, was mit dem wütenden Hinterhergefuchtel mit der Kettensäge des Leatherface würdigungsvoll ausklingt und diese Intensität mit einigen wirklich starken Bildern nicht aus dem Kopf des Zuschauers gehen wird. Einer der faszinierendsten und visionärsten Schocker, die ich bisher gesehen habe.

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