Freitag, 31. August 2012

Watchlist

Gesehen im August:

Licht im Winter  7/10
(Ingmar Bergman, 1963)

Zum Beispiel Balthasar  9/10
(Robert Bresson, 1966)

How I Met Your Mother - Season One  9/10
(Pamela Fryman u. Rob Greenberg, 2005)

The Birds  7/10
(Alfred Hitchcock, 1963)

Happy Together  8/10
(Wong Kar-Wai, 1997)

Being John Malkovich  7/10
(Spike Jonez, 1999)

Profondo Rosso  9/10
(Dario Argento, 1975)

Inside a Skinhead  3/10
(Heenry Bean, 2001)

Spirits of the Air, Gremlins of the Clouds  8/10
(Alex Proyas, 1989)

A Tale of Two Sisters  8/10
(Je-woon Kim, 2003)

Die Reise nach Tokio  8/10
(Yasujiro Ozu, 1953)

Mouchette  7/10
(Robert Bresson, 1967)

Ritual in Transfigured Time  5/10
(Maya Deren, 1946)

Die Reise zum Mond  6/10
(Georges Méliés, 1902)

The Lorax  4/10
(Ken Daurio, 2012)

Der Mann mit der Kamera  7/10
(Dziga Vertov, 1929)

Die Passion der Heiligen Johanna  8/10
(Carl Theodor Dreyer, 1928)  

Pickpocket  7/10
(Robert Bresson, 1959)

Sunrise - A Song of Two Humans  8/10
(F.W. Murnau, 1927)

Das Appartement  8/10
(Billy Wilder, 1960)

Sie küssten und sie schlugen in  7/10
(Francois Truffaut, 1959)

Der Würgeengel  8/10
(Luis Bunuel, 1962)

Phenomena  8/10
(Dario Argento, 1985)

Fahrstuhl zum Schafott  8/10
(Louis Malle, 1958)

Vive l‘Amour  8/10
(Tsai Ming-Lian, 1994)

Die Nacht  9/10
(Michaelangelo Antonioni, 1961)

Das Lied der Straßen  8/10
(Federico Fellini, 1954)

Ugetsu  9/10
(Kenji Mizoguchi, 1953)

The Night of the Hunter  8/10
(Robert Mitchum, 1955)

Naked Lunch  8/10
(David Cronenberg, 1991)

Eros Plus Massacre  9/10
(Yoshishige Yoshida, 1969)

Sprich mit ihr  9/10
(Pedro Almodóvar, 2002)

Die Zwei Leben der Veronika  9/10
(Kryzstof Kieslowski, 1991)

Der Spiegel  10/10
(Andrei Tarkowsky, 1979)

Orphée  7/10
(John Cocteau, 1950)

Das große Fressen  8/10
(Marco Ferreri, 1973)

Die große Illusion  8/10
(Jean Renoir, 1937)

Twentynine Palms  7/10
(Bruno Dumont, 2003)

2001 - A Space Odyssey  9/10
(Stanley Kubrick, 1968)

Die Sieben Samourai  7/10
(Akira Kurosawa)

Modern Times  7/10
(Charlie Chaplin, 1936)

Europa  9/10
(Lars von Trier, 1991)

Das 1. Evangelium Matthäus  9/10
(Pier Paolo Pasolini, 1964)

Geraubte Küsse  8/10
(Francois Truffaut, 1968)

The Holiday  1/10
(Nancy Meyers, 2006)

2:37  7/10
(Murali K. Thalluri, 2006)

Die Rote Wüste  7/10
(Michelangelo Antonioni, 1964)

In the Mood for Love  9/10
(Wong Kar-Wai, 2000)

Fahrraddiebe  8/10
(Vittorio De Sica, 1948)

Sonntag, 26. August 2012

In the Mood for Love


Fa yeung nin (Wong Kar-Wai, 2000)


"In the Mood for Love" und leider auch nicht mehr als das. Nur in einzigen Gesten wird uns auf sanfte Weise das innige Verständnis der Nachbarn zueinander deutlich und erzeugt beim Zuschauer gleichzeitig ein die ganze Laufzeit anhaltendes Kribbeln im Bauch, wobei man gleichzeitig immer weiter die Sehnsucht zwischen ihnen bedauert. Kar Wai verdeutlicht diese in seinem Film nicht als bezauberndes Hong Kong-Musikvideo, sondern diesmal in episch schönen Zeitlupen oder auch einem beobachtenden Kamerastil. Das ergibt insgesamt eine - durch nicht verkopftes, sondern fühlendes Schauen - der schönsten Filmerfahrungen, die ich bisher hatte. Und ich sah bisher kaum eine Frau in einem Film, die mich so verzaubert hat, wie Maggie Cheung.



Eraserhead


Eraserhead (David Lynch, 1977)

"Eraserhead" fühlt sich an als würde man langsam in einen dunklen Raum gehen. Wenn man drinnen ist, fällt plötzlich die Tür zu und man kann nichts weiter machen als sich in dieses Zimmer für eineinhalb-Stunden einzunisten und zu warten, bis alles vorbei ist. Lynch lässt einen 90 Minuten lang in die Finsternis starren. Anfang. Man sieht Kaputte Fabriken, einen Kerl mit panzernder Haut, welcher einen Hebel bedient und hört dazu metallische Klänge. Die Erde hat an Hygiene verloren. Alles scheint dreckig. Das Essen ist lebendig und ein "richtiges" Baby kann dabei auch nicht komplett zustande kommen. Jedes albtraumhafte Element trägt seinen Teil dazu bei und macht diesen Film zu einem unwiderstehlichen Erlebnis, bei dem man keine Sekunde der angsteinflössenden Sequenzen missen wollen würde. Wirkt immer. Ist musikalisch aller erste Sahne. Atmosphärisch das düsterste was man sich vorstellen kann. Lauter Gänsehaut-Momente mit einer beflügelnde "In Heaven"-Einlage. WTF-Momente bis das Fass überquillt. Jack Nance liefert eine unwiderstehliche Performance ab. So wie der Mann mit dem Baby in einem Raum zusammengedrängt wird, so fühlt man sich zusammen mit dem Film, alleine in einem unbeleuchteten Zimmer. Also am besten in der Nacht sehen, danach wird man noch jede Menge Einzelteile mit in seine eigene Traumwelt nehmen müssen. 
9/10

Montag, 20. August 2012

2001-Odyssee im Weltraum

2001- A Space Odyssey (Stanley Kubrick, 1968)


Bereit für die Weltraum-Odyssee? Wer auch sonst als ein größenwahnsinniger wie Kubrick, sollte die Unendlichkeit und Unergründlichkeit des Universums mitsamt des Zuschauers in zweieinhalb Stunden über die Leinwand gleiten lassen. Ordentlich durch perfektioniert führt er uns in Welten, die dem Zuschauer zu der Zeit noch gar nicht bekannt waren und zelebriert das Ultra-Maximum, was uns Kino in jeglicher Form ermöglicht. Die Kraft eines präzisen Cut und all die Unruhe, Spannung, die solch einer verursachen kann. Der Sprung von einer Zeit und zu der nächsten. Der Beginn des Kampf zwischen Artgenossen. Knochenwurf, Zeitsprung. Der Kampf zwischen Mensch und Technik. Zwischen Dingen, denen wir vertrauen, weil wir sie erschaffen haben. Kubrick setzt sich schon tief mit dem menschlichen Wesen auseinander und zeigt in welche Richtung von Gesellschaftskritik ein Science-Fiction-Film gehen kann und wird. So ist Kubrick‘s Film nicht bloß eine eigene Erfahrung, die jedem Zuschauer und bei jedem Angucken eine andere Stimmung offenbart, sondern auch eine Reise, die das eindringen in den Geist des Affen/Menschen ermöglicht und doch selber, wenn man mal eine Zeit in diesem Film drinnen ist einige Emotionen offenbart. SPOILER Hal‘s Tod hat seine ganz eigene Tragik und es berührt mich irgendwo schon sehr wenn er pausenlos die Worte „Stop Dave I‘m afraid“ wiedeholt. SPOILER ENDE Sonst beschränkt sich dies natürlich hauptsächlich auf das bloße beeindruckt sein, aber doch ist man am Ende voller Freude, wenn man so einen fetten Brocken durchhat und das Gefühl hat wirklich mal da oben gewesen zu sein, alles gesehen zu haben und noch dazu so tolle Musik dies begleitete.

Donnerstag, 16. August 2012

Sprich mit ihr

Hable con ella (Pedro Almodóvar, 2003)


Der Inbegriff eines neuartig emotionalen, modernen Meisterwerk. Das Besondere an Almodovar's Film ist vor allem, dass er nach dem sexuellen Missbrauch nicht versucht allen Hass, den man in diesem Moment gegen diese Figur aufbringen sollte pathetisch auf den Zuschauer zu übertragen. Man geht mit diesem Handlungsweg erstmal wie Benigno's Freund Marco um. Es macht einen fassungslos und man will es nicht wahrhaben, weil man von diesem Menschen bisher nichts gesehen hat, was diese Tat erahnen ließe, oder doch? Dem Regisseur gelingt hier zweifelsohne eine sehr gefühlvolle, gewagte und ehrliche Geschichte über den Umgang mit geliebten Menschen, die im Koma liegen. In diesem Film gibt es keine leichten, einfachen Paukenschläge. "Sprich mit ihr" ist außergewöhnlich, skurril, optisch einzigartig und doch beachtlich erwachsen im Umgang mit humanen Themen wie Kommunikation, Zuneigung, Verlust und Freundschaft.

Sonntag, 12. August 2012

Vive l´Amour


Ai qing wan sui (Tsai Ming-lian, 1994)




Ein wahnsinniges, hypnotisches Erlebnis und gleichzeitig eine gelungene Hommage an Filme von Michelangelo Antonioni. Ziellos erhascht man hier Blicke in ein taiwanisches Viertel. Irgendwo Menschen, irgendwo Geschichten über Entfremdung, Eifersucht, Einsamkeit und Nähe, die die Charaktere gegenseitig gar nicht spüren. Tsai Ming-lian gelingt ein ziemlich bitteres, verzweifeltes Werk mit ebenso leichten Anflügen von Humor. Ein unglaublich ehrlicher, offener Film, der sich für kein Zeichen von Menschlichkeit schämt. Selbst eine heulende Frau wird volle sechs Minuten von der Kamera begleitet.

Montag, 6. August 2012

Schreie und Flüstern

Viskningar och rop (Ingmar Bergman, 1972)


Ein Film, der langsam und schmerzhaft im inneren des Zuschauers vor sich hinbrodelt. Dieses Setting, diese roten Wände in die man gefangen genommen wird und dabei auch noch diese unheimlichen Klänge. Ingmar Bergman führt uns mit einer höchst unbequemen Ruhe in die Ängste zweier Schwestern, die nicht in der Lage sind Mitgefühl für ihre Krebskranke Schwester bewahren. Sie schlagen sich mit eigenen Problemen herum. In Rückblenden wird demonstriert an welchen Gedanken sie eigentlich festhalten, nach und nach werden ihre Sehnsüchte und Hoffnungen gezeigt. Am Ende ist man wie gelähmt, wenn man sieht wie die drei Schwestern in weißen Kleidern in einem kitschigen Park spazieren gehen (siehe das Cover). So böse war Bergman nie.