Sonntag, 26. August 2012

Eraserhead


Eraserhead (David Lynch, 1977)

"Eraserhead" fühlt sich an als würde man langsam in einen dunklen Raum gehen. Wenn man drinnen ist, fällt plötzlich die Tür zu und man kann nichts weiter machen als sich in dieses Zimmer für eineinhalb-Stunden einzunisten und zu warten, bis alles vorbei ist. Lynch lässt einen 90 Minuten lang in die Finsternis starren. Anfang. Man sieht Kaputte Fabriken, einen Kerl mit panzernder Haut, welcher einen Hebel bedient und hört dazu metallische Klänge. Die Erde hat an Hygiene verloren. Alles scheint dreckig. Das Essen ist lebendig und ein "richtiges" Baby kann dabei auch nicht komplett zustande kommen. Jedes albtraumhafte Element trägt seinen Teil dazu bei und macht diesen Film zu einem unwiderstehlichen Erlebnis, bei dem man keine Sekunde der angsteinflössenden Sequenzen missen wollen würde. Wirkt immer. Ist musikalisch aller erste Sahne. Atmosphärisch das düsterste was man sich vorstellen kann. Lauter Gänsehaut-Momente mit einer beflügelnde "In Heaven"-Einlage. WTF-Momente bis das Fass überquillt. Jack Nance liefert eine unwiderstehliche Performance ab. So wie der Mann mit dem Baby in einem Raum zusammengedrängt wird, so fühlt man sich zusammen mit dem Film, alleine in einem unbeleuchteten Zimmer. Also am besten in der Nacht sehen, danach wird man noch jede Menge Einzelteile mit in seine eigene Traumwelt nehmen müssen. 
9/10

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