Ai qing wan sui (Tsai Ming-lian, 1994)
Ein wahnsinniges, hypnotisches Erlebnis und gleichzeitig eine gelungene Hommage an Filme von Michelangelo Antonioni. Ziellos erhascht man hier Blicke in ein taiwanisches Viertel. Irgendwo Menschen, irgendwo Geschichten über Entfremdung, Eifersucht, Einsamkeit und Nähe, die die Charaktere gegenseitig gar nicht spüren. Tsai Ming-lian gelingt ein ziemlich bitteres, verzweifeltes Werk mit ebenso leichten Anflügen von Humor. Ein unglaublich ehrlicher, offener Film, der sich für kein Zeichen von Menschlichkeit schämt. Selbst eine heulende Frau wird volle sechs Minuten von der Kamera begleitet.

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