Samstag, 12. Mai 2012

Barry Lyndon

Barry Lyndon (Stanley Kubrick, 1975)

Es ist überaus bemerkenswert zu sehen, wie drei Stunden Laufzeit sich doch für einen Film lohnen können. Selten erlebt man so ein eindringliches, tiefes und monumentales Zeit-Porträt wie „Barry Lyndon“. Kubrick lässt vorbildlich vielfältiges Erzählen und gewaltige Bildersprache ineinander fließen. Die prachtvollen, glänzenden Bilder wirken fast so, als würde man „2001“ mit straighter Struktur erleben. Das ganze ist akustisch Weltklasse unterlegt und ein wahrer Genuss. Doch trotzdem wird dabei nicht das Erzählen vergessen. Die Erzählung geht eben in glamourösen Bildern von statten. Im Vordergrund steht hier der Fall und Aufstieg des titelgebenden Barry Lyndon, welcher in zwei Abschnitte gegliedert ist. Die Charakter-Darstellung des Hauptdarstellers ist äußerst authentisch und toll, da Kubrick ist schafft, dass man sich selber Gedanken zu dem Handeln Protagonisten machen kann. Teils leidet man mit ihm und teils verachtet man ihn, doch man ist an seinem Schicksal stehts interessiert. Der Aufstieg ist ein weiter, mühsamer Gang, weg von seiner Heimat, vorbei an der britischen Armee bis man irgendwo auf dem Thron sitzt (genauer sollte/will/muss ich das jetzt nicht ausführen), während es zum Schluss in der letzten Stunde schnell, aber gezielt von Schlag auf Schlag bergab geht. So wird Kubrick´s „Barry Lyndon“ kraftvolles Erzählkino pur, was trotz seiner gemäldehaften Inszenierung absolut glaubhaft erscheint und eine für Kubrick sehr emotionale Ebene bietet.

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