Samstag, 12. Mai 2012

Mysterious Skin

Mysterious Skin (Gregg Araki, 2004)


Immer wieder blicke ich hinab auf diese letzte Einstellung des Films, wie die Kamera noch einmal nach oben hochfährt, während die beiden Jungs, dessen schreckliche Schicksale nun dem einen bewusst wurden und der andere ein furchtbares Gewissen hat, da sitzen, aber dabei keiner weiß, was er nun noch sagen, geschweige denn tun kann. "Mysterious Skin" ist ein purer Gänsehaut-Film, der mit so viel Ehrlich- und Menschlichkeit inszeniert ist, dass endlos nahegeht. In jeder Sekunde vollkommen einfühlsam, fantastisch unterlegt und schon ab dem Beginn ziemlich fesselnd. Auch schauspielerisch bekommt man einiges geboten. Über Joseph Gordon Levitt muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Was er hier abliefert ist so perfekt charakterisiert. Seine zerbrochene Figur, die vollkommen der Liebe seines Freundes aus dem Weg geht und sich auf den Strich förmlich quält. Vor allem diese Szenen sind endlos unangenehm, aber dabei auch vollkommen zurückhaltend inszeniert. Man zeigt hauptsächlich immer nur die Gesichter der Darsteller und trotzdem ist es ziemlich harter Tobak und wenn er dann vergewaltigt wird, ist das wirklich kaum mit anzusehen. Übrigens bleibt das Besondere an „Mysterires Skin“ auch, dass er sich keinesfalls davor schert etwas zu zeigen, dabei aber jeder Spur von Provokation, die man bei Filmen aus dem Störkanal ja gerne mal bekommt, aus dem Weg geht. Diese würde nämlich die Emotionen, die dieser Film mit sich bringt wahrscheinlich völlig ersticken lassen. So ist „Mysteries Skin“ ein gigantisch sensibles, tragisches, sprachlos zurücklassendes Meisterwerk, was so intensiv wie intim ist und sich auf den Umgang der beiden Jungen auf ihren sexuellen Missbrauch fixiert und dem Zuschauer dies unglaublich packend mitfühlen lässt. Großer, großer Film! 

„I wish there was some way for us to go back and undo the past. But there wasn't. There was nothing we could do. So I just stayed silent and trying to telepathically communicate how sorry I was about what had happened.“ 

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