Freitag, 4. Januar 2013

Audition


Ôdishon (Takashi Miike, 1999)


Selten habe ich mich einem Film so ausgeliefert gefühlt. Nicht nur, weil er so vertraut einem die Geschichte eines Liebe suchenden Mannes vorhält und so schön niedlich schüchtern den weiblichen Part beschreibt, aber trotzdem hatte ich durch latente Recherchen dieses böse Vorwissen, dass diese komplette Idylle in einem Albtraum endet. Dieser Hintergedanke ließ mich den kompletten Film über aus einer etwas gequälteren Sichtweise betrachten und so fühlt man am Ende dann tatsächlich auch mit dem Hauptdarsteller mit. Denn auch dieser scheint, wie es angedeutet wird, sich etwas Grausames vorgestellt zu haben. Es ist schwierig zu entscheiden, ob es nun schlimmer gewesen wäre, wenn ich auf grausame Weise von dem Film, so wie der Protagonist von der Wendung, überrollt worden wäre oder ob es schlimmer war mit dem Vorwissen, mit dem ich den Film leicht ängstlich betrachtete und meiner Vorstellung, was denn alles am Ende passieren könnte, freien Lauf lassen konnte und die Angst, die der Protagonist bei der bloßen eigenen Vorstellung verspürt, die dazu anreichen könnte ein Zusammenleben unmöglich zumachen, sowie es für mich unmöglich war die ruhigen Passagen am Anfang zu geniessen. Dabei muss ich auch noch sagen, so viel ich mir auch vorher unter alldem vorstellte: Ich war doch komplett geschockt. Allein aus dem Grund, dass der Film noch mal wunderbar Traumsequenzen bzw. Vorstellungen nacheinander auf effektive Weise abspult, um den Zuschauer mit einem noch dröhnenden Kopf erst einmal in eine verstörende Szene, die kein Ende nehmen will, zu drängen. Ein faszinierender Film, der am Ende perfekt vorgestellten und wirklichen Horror auf eine Stufe stellt.

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