Sucker Punch (Zack Snyder, 2012)
Die erste Einstellung macht klar, dass wir hier die Bühne betreten. Das Intro führt die Story im Stile eines Musikvideos irrwitzig in die Grundlage aller absehbarer Klischees, die Emily Browning auf konstruierte Weise direkt zur Opferrolle, welcher der Zuschauer sklavisch Sympathie widmen soll, werden. Die in der Kinofassung rausgeschnittene Szene zeigt ziemlich gut die Bedeutung dieses (Meister)Werkes. Dass Unmengen an Geld in Filme investiert wird, so auch in diesen, aber dabei bekommen wir nichts wahres, sondern nur einen Haufen von fiktionalen Getöse. Der Film bietet das Übermaß an all dem, was das moderne Kino ausmacht: Einen Haufen voller CGI, Waffen, Kreaturen und leichtbekleidete Mädels. Dabei alles immer wieder in Slow-Motion. Aus weniger wird immer wieder mehr gemacht. Dabei ist dieser Film endlich mal ein konsequenter Overkill, der sich dessen komplett bewusst ist und dies kongenial als Persiflage verpackt. Und doch hat "Sucker Punch" auch inhaltlich immerhin faszinierende Kontroverse. Immerhin geht es in diesem Film auch um Mädchen in einer Anstalt, die vergewaltigt werden und jede Hoffnung eigentlich schon verloren haben. Sie haben alle Freiheiten verloren. Doch während Baby Doll in ihrer Phantasie die Phantasien der Kunden befriedigt, befriedigt sie ihren Wunsch frei zu sein und sich einfach durchkämpfen zu können. Sie begegnet einer Welt der Hoffnung. Denn wer hier einfach kämpft gewinnt, was auch in den meisten Actionfilmen der Fall ist. So bleibt Baby Doll immer noch die Hoffnung, dass sie sich in ihrer Parallel-Welt herausboxen kann, obwohl sie schon unmittelbar vor der Lobotomie steht.

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