Donnerstag, 21. Februar 2013

Das Schweigen


Tystnadan (1963, Ingmar Bergman)

Ein zermürbendes Schweigen gibt es schon zu Anfang. Wir sehen drei Menschen und hören nur den Zug laut fahren. Dann ein Zwischenstopp im Nirgendwo. Irgendeine fremde Stadt, mit fremder Sprache. Zwei Schwestern, die sich zusammen in einem Hotelzimmer, sprich: Auf einem engen Raum aufhalten und dort unfähig zu sein scheinen, die Spannung, die wohl zwischen ihnen steht zu dämpfen. Eine von ihnen ist todkrank, was ihre Beziehung keineswegs friedvoller macht. Eher erscheinen sie mit dieser Situation gar nicht wirklich umgehen zu können und zu wollen. Immer wieder versucht die Kranke zwischen ihnen eine erfreulicherer Stimmung zu erzeugen, welche die andere ignorant ablehnt. Hier wird uns nicht nur ein fremde Stadt, sondern eine fremde Welt gezeigt, in der sich jeder Art von Gefühlen widersetzt wird. Anna fühlt die Liebe zu ihrer sterbenden Schwester und wehrt sich mit aller Kraft dagegen. Der Sohn von ihr wird natürlich von dem Verhältnis der beiden zueinander unwissend gelassen. Er darf alleine durchs Hotel wandern, sich verirren und eine Welt von kleinwüchsigen Artisten entdecken. Ihm steht der einzige hoffnungsvolle Teil des Filmes zu, während sich ein Szenario  bitteres Szenario aus durch Sex unterdrückter Liebe und erzwingender Eifersucht abspielt. Ingmar Bergman gelang mit "Das Schweigen" in ausdrucksstarker Form ein pessimistisches Stück Film mit großartigen Schauspielern, bedrückender Stimmung. In seinem damals als "gottlos" bezeichneten Inhalt wurden hier einige Kontroversen eingegangen, die dem Kino durchaus neuen Mut gaben. 

    

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