Take Shelter (Jeff Nichols, 2011)
Ein Mann steht einem Sturm und dessen denkbaren Auswirkungen gegenüber und diese verfolgen die Urängste jedes glücklichen Menschen in einer Familie. Sein Traum ist es, der ihn mehr und mehr geistig zerstört. Durch sein Verhalten gegenüber Mitmenschen (Frau, Arbeitskollegen) wird er selber zu einer Katastrophe in seiner Welt. Eine Weile verschweigt er explizit seine Furcht, Träume, dessen Auswirkungen oder auch Besuche beim Arzt komplett gegenüber seiner vertrautesten Person (großartig: Jessica Chastain). Nur der Zuschauer selber verfolgt ihn mit in seinen Träume, die einen riesigen Sturm, braunen Regen und ein Verrücktspielen von Menschen aus seiner Realität enthalten. Dem Hauptprotagonisten, Shannon, überkommt die Pflicht, dass er seine Familie mit tauber ergo verwundbarer Tochter und Frau von dieser Katastrophe einfach sicher halten muss. Ohne dabei irgendwie über Geld und was die anderen wohl danach denken nachzudenken, baut er eben einfach (sicher ist sicher) einen Bunker. Jeff Nichols gelingt mit diesem Katastrophen-Drama ein vollkommen mitreißendes Werk. Es gab keine Sekunde, in dem ich ich nicht mitfiebern konnte und besonders bei der Szene im Bunker, die ich mir immer wieder noch mal angeschaut habe, stockte mir beim ersten mal ein wenig der Atem. Meine Skepsis zu Anfang, wegen der vielen Melancholia-Disse im Zusammenhang mit diesem, waren ziemlich schnell verflogen. Von Triers Film schlug bei mir insgesamt mehr ein, nicht weil er unbedingt besser ist, sondern wegen der intimeren Auseinandersetzung mit den Charakteren und dem wenngleich wenig subtilen Pessimismus. "Take Shelter" lebt mehr von seiner Spannung und undurchsichtig gehaltenen Perspektive von Traum im Bezug auf die Realität, womit er die Angst vor dem Weltuntergang bzw. einer Katastrophe und nicht dessen Akzeptanz die jeweiligen Hauptfiguren spüren lässt.

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