Samstag, 2. Februar 2013

Onibaba


Onibaba (Kaneto Shindo, 1964) 
Shindo veranschaulicht kraftvoll die Auswirkungen des Krieges innerhalb einer einzigen, endlosen Schilflandschaft (nicht minder optisch beeindruckend als der Bambuswald in "Kuroneko"). Er ist es eben, der die Menschen zwingt über Leichen zu gehen, um sich über Wasser halten zu können. Nicht nur in den Kämpfen, auch in den verlassensten Gegenden findet man seine Spuren. In diesem Fall sind es zwei Frauen, dessen Fehlen von Namen den Abstand von einer Zivilisation noch mal verdeutlicht. Eine junge und eine alte Frau, die regelmäßig verletzte Samurai-Kämpfer töten und ausbeuten, um für deren Besitz etwas zu Essen eintauschen zu können. Der Schrecken des Krieges wird an den gestrandeten Kriegern oder von der Ferne zu beobachtenden Explosionen immer wieder angedeutet. Genauso viel her macht allerdings die Lebendigkeit abseits des Krieges, die hier immer noch herrscht und auch auf die wirft Shindo ein pessimistisches Licht. Man kann sich denken, warum Kriege so schnell entstehen. Hier entsteht ein kleiner anhand drei Personen und einer Meinungsverschiedenheit zwischen einer jungen Frau und ihrer Schwiegermutter, die vom Gefährten ihres Mannes/Sohnes erfahren, dass dieser im Krieg gefallen ist. Während die Schwiegermutter ihm vorwurfsvoll entgegenkommt, erweckt seine Anwesenheit ein großes Interesse bei der Frau. Es entsteht eine erhofft heimliche Beziehung zwischen ihnen. Das verleiht dem Film und der Beziehung der Frauen eine bedrückende (sexuelle) Spannung, geprägt von Eifersucht, Lügen, die keinen Gewinner, sondern nur Versagen herbeiführen. Krieg eben.

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