Mittwoch, 19. September 2012

Die zwei Leben der Veronika


La Double vie de Véronique (Krzysztof Kieslowski, 1991)



Zwei Mädchen. Zwei Leben. Eines in Polen, eines in Frankreich. Beide Veronika's. Beide sich gegenseitig wie aus dem Gesicht geschnitten und was noch die größte Rolle spielt: Sie beide sind sich unbewusst am beeinflussen.
Mit "Die Zwei Leben der Veronika" beeindruckt mich Kieslowski abermals mit seinem unnachahmlichen Gespür für eine konzentrierte und aufrechterhaltene Haftung an den Charakteren. Aber genauso damit, dass dieser Film nicht so trist wie seine Dekalog-Teile ist. Von der Atmosphäre bleibt sein Werk eher etwas schönes, was vor allem emotional vom Zuschauer empfunden und gespürt werden will. Dabei aber auch interessante Fragen stellt, die er aber nicht dick aufgetragen im Ablauf stellt, da diese sich ja auch durch die Geschichte selbst aufkommen. So wie Tarkowski mich als Atheist teilweise dazu bringt an Gott zu glauben, so gelang es Kieslowski mich zu fragen, ob es nicht doch tatsächlich so etwas geben könnte. Ob man sich selber immer seinen eigenen Aktionen sicher ist und nicht weiß was einen selbst dazu gebracht hat.
Kieslowski gelingt hier ein Film, wie ich ihn will. "Die Zwei Leben der Veronika" verfolgte ich mit vollem Herz und daraufhin verfolgte er mich tagelang in meinen Gedanken. Er beschäftigt, weil er einen selber entlarvt. Als den Menschen, der manchmal aus irgendeinem Grund in irgendeiner Stimmung ist und irgendwas tut, ohne zu wissen woraus das eigentlich resultiert. Man betrachtet hier Veronika, die das Leben eben so nimmt, wie es kommt, wie sie es gerade möchte ohne ihre Aktionen auch nur lange hinterfragen zu wollen. Und wieso sollte man auch immer Gründe für irgendeine Stimmung oder irgendeine Situation haben? Obwohl, irgendwie hat mir dieser auf seine Weise gut gefallen.

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