Montag, 9. Juli 2012

Geständnisse

Kokuhaku (Tetsuya Nakashima, 2010)

Fantastisch überstilisiert in krass edlen Bildtönen. Ein perfekt an der Stange haltender Rache-Musikclip mit wundervollen Pop-Songs, haufenweise an atemberaubend, twistigen Aha-Momenten und tollen (Jung-)Darstellern. Der Rashomon-Erzähl-Stil erfolgt konsequent und geht perfekt immer wieder auf einzelne Szenen, Nuancen, Einstellungen oder Charaktereigenschaften ein. Stapelt und unterteilt perfekt die Geschichte in Antworten und Fragen auf- und übereinander, die während des Ablaufs entstehen. "Geständnisse" stellt Rache nicht bloß als stumpfe Gewaltaneinanderreihung dar, sondern lässt seinen Rache-Engel tief in die Psyche des Feindes blicken, um ihn tiefer in den eigenen Abgrund zuziehen. Die Motive für die Ermordung der Tochter sind nicht immer wirklich gelungen (Junge der seine Mutter vermisst) beschrieben, aber inhaltliche Perfektion sollte man hier nicht überbewerten. "Geständnisse" ist einer der interessantesten und besten Thriller der letzten zwei, drei Jahre und am Ende sitzt man emotional zutiefst bewegt und durch die schnell und gut formulierten Wendungen gut gefordert vor dem Bildschirm.

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