Donnerstag, 12. Juli 2012

Johnny zieht in den Krieg

Johnny Got His Gun (Dalton Trumbo, 1971)

Unfassbar beklemmend fühlt es sich an, wenn man beobachtet wie die Hauptperson nach und nach feststellt, was nicht mehr an ihm dran ist, wenn er merkt, dass er nicht sehen oder hören kann und sein Gesicht eigentlich kaum noch vorhanden ist. Genauso beklemmend ist es wenn er versucht Kontakt mit Personen aufzunehmen, wenn er raus aus dieser Situation kommen möchte, gerne tot wäre, aber gefesselt da liegen muss und von den Menschen gar nicht mehr als richtiger Mensch wahrgenommen wird. Zwischendurch gelingt es ihn immer wieder sich in Erinnerungen, Vorstellungen oder Halluzinationen zu flüchten, doch wird er immer wieder mit dieser schmerzvollen Situation, aus der er sich sonst kaum befreien kann, auf den Boden der Realität geholt. 



"Johnny Got His Gun" ist ein großer, ganz großer Anti-Kriegsfilm, schon aus dem Grunde, dass er genau an der richtigen Stelle ansetzt. Er fühlt die tiefen Narben, die der Krieg hinterlässt. Wie er Leben und Hoffnungen einzelner Menschen zertrümmern kann, und das mit einer einzigen Explosion, die uns dieses glaubwürdige, mutige, wichtige Drama, wie aus dem Krieg dokumentiert, vorhält. Meisterwerk.


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