L'Année dernière à Marienbad (Alain Resnais, 1961)
Die Erinnerungen an diesen Film liegen hier gerade verschwommen und verstreut in meinem Zimmer. Ich will sie wieder aufsammeln. Alles noch mal erleben, noch mal in die rechte Reihenfolge bewegen, es noch mal fühlen. Wovon wird erzählt und was geschieht in diesem Augenblick? Eins bleibt: "Letztes Jahr in Marienbad" sperrt den Zuschauer in sein nobles, riesiges Anwesen und lässt ihn durch alle Räume bis nach draußen auf die Statuen, den See und die Bäume starren. Der Zuschauer schwebt wie ein Geist durch verschiedene Zeiten um das Gebäude, beobachtet, betrachtet und entdeckt (nichts). Dabei nicht enden wollende Versuche vom Mann zu erklären, wann Er und Sie sich getroffen haben und wie alles abgelaufen ist. Wie er die Dialoge aus seiner Erinnerung beschreibt und wie sie dabei bebildert werden ist unnachahmlich. Irgendwie alles langsam und traumartig, irgendwas daran so anrührend und schön, dass man doch meint den vollen Durchblick die ganze Zeit zu haben und irgendwann, leider im diffusen, aber nicht minder angenehmen Zustand zu Ende. Ein Werk, was einen in seiner verschwommenen Orientierungslosigkeit in eine niemals aufhören (sollende) Hypnose zerrt. Die Bezeichnung "Film" ist in diesem wahrhaft schmeichelhaft, für diese unerklärlich schöne Gefühls-Bombe, für die man aber auf jeden Fall in der richtigen Stimmung sein sollte, um sich vollends auf sie einzulassen. Denn jeder Klick auf die Stopptaste könnt in jenem Fall ein barbarischer Atmo-Killer sein.

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