Dienstag, 12. Juni 2012

Amores Perros

Amores Perros (Alejandro González Iñárritu, 2000) 

"Amores Perros" beginnt - wenn man mal die Eingangsszene weglässt - immer ruhig mit Glück. Es sind wir Menschen, die alle Träume, Hoffnungen fallen lassen. Wenn man, obwohl man sein Limit schon längst überzogen hat, noch einmal nachhaken muss. Man siehe den letzten Hundekampf, man siehe das ewige Suchen nach dem Hund unter den Boden. Es sind dabei alles Charaktere, die sich nicht absprechen, die nicht über Probleme reden. Die sich belügen, sich verachten ohne Grund. Die etwas wollen, was nicht im entferntesten erreichen zu sein scheint und dennoch ihr Leben auf´s Spiel setzen. Grandios gelingt im dabei immer wieder bestimmte Aspekte erstmal im dunklen zulassen und sie nachher zu behandeln. Besonders auffällig ist dies bei de Crash, der aus drei Perspektiven gezeigt wird und letztlich der Geschichte den Punkt bringt in dem die Figuren alle Aufeinander treffen. Alle drei sind in anderer Stimmung. In einem Auto herrscht Angst und Hektik. In einem Hoffnung. Und so macht ein Knall die Hoffnung zunichte und die Angst wird zur Einsamkeit, während die dritte Person einschreitet und in erster Linie nichts weiter tut, als zu helfen.
Iñárritu´s Debüt gilt nicht umsonst als einer der ersten Klassiker des neuen Jahrhunderts. Die Charaktere, die sich durch unerreichbare Wünsche immer selbst runterziehen geben "Amores Perros" eine ungeheuer fesselnde Realitätsnähe. Iñárritu´s Film ist gnadenlos, konsequent, ehrlich, faszinierend, schockierend und ernst, dabei aber nie zu ernst. Ein grandioser, deprimierender Film, der zwar ein bisschen mehr Charme als "21 Gramm" und "Babel" hat, aber trotzdem einige ungeheuer schockierende Szenen mit sich bringt. Dabei gibt es auch eine ebenso drastische wie poetische Bebilderung und Inszenierung. Irgendwo zwischen einfühlsam und hochdramatisch. Ich schaue glaube ich zu viele deprimierende Filme, aber wenn sie so gut sind sage ich einfach nur: Augen zu und durch!

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