Mittwoch, 20. Juni 2012

Wenn die Gondeln Trauer tragen

Don't Look Now (Nicolas Roeg, 1973)

Ein ganz eigenwilliger Schocker und auch immer noch ist die Anfangs-Szene mit der intensivste Leinwand-Tot, der einem je vor Augen geführt wurde. Besonders weil sich dies so oft in Filmen andeutet, aber dann doch noch ein Rückzieher oder ein Witz daraus gemacht wird, aber „Don´t Look Know“ zieht dies in einer kalten und trüben Konsequenz durch, welche realistischer und authentischer auf den Zuschauer nicht wirken könnte, was daran liegt, dass es sich schon vorher andeutet, was das nasse Großbritannien auch bestens vorführt. Danach geht es in das zauberhafte Venedig, was sich wunderbar für diese befremdliche Stimmung als Ort eignet. Jede Gasse, jeder Kanal, der ganze See, alles hat irgendwie etwas magisches, märchenhaftes. „Don´t Look Know“ ist dabei immer mehr sensibel-bedrückender Horror, der in vielen Szenen dank seiner ruhig-plätschernden umso auf den Magen und in den Kopf geht. Die oft wechselnden Kamera-Perspektiven und der flötende und klingelnde Score, geben den Film eine ganz einzigartige und beklemmende Atmosphäre. Das Ende erschreckt einen noch einmal enorm und lässt einen zum ersten mal einen Blick auf klassischen Horror zu und punktet mit einer bedrückend präsentierten Auflösung.

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