Mittwoch, 20. Juni 2012

Bringing Out the Dead

Bringing Out the Dead (Martin Scorsese, 1999)


In "Taxi Driver" hat uns Martin Scorsese schon einen finsteren Blick auf eine Berufung gegeben, doch mit seinem "Bringing out the Dead" zeigt er uns was noch ätzender sein kann: Rettungssänitäter. Da fährt man raus, kommt an lauter Schnorrern, Kleingangstern und Junkies vorbei. Muss Selbstmörder angestrengt von Dächern holen. Die Leute mit dem Verlust eines Mitmenschen konfrontieren. Überall kommt man irgendwie mit dem Tod in Berührung. Die Hauptfigur Frank die - wie schon Travis - an Schlaflosigkeit leidet und obendrein noch daran ständig Bilder von älteren Patienten, die er nicht retten konnte zu sehen. So wird "Bringing out the Dead" zu einem monströsen und überaus faszinierenden Rausch, der irre zwischen Realität und Traum wechselt und in beiden Ebenen komplexe Hintergründe aufdeckt. Es ist ein aufregendes und skurriles Erlebnis, was einem mit seinem atemberaubenden Bildern und seiner perfekten Inszenierung absolut in den Bann zieht. Viele sagen: "Ein guter, aber kein Meisterwerk." Dem widerspreche ich, da dies ein sehr impulsiver und tiefgründiger Film ist, der eine großartige und interessanten Story besitzt, dessen Umsetzung keine Wünsche offen lässt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen