Dienstag, 12. Juni 2012

Heat

Heat (Michael Mann, 1995)

Genre-Höchstsport. Jede Szene, jeden Einstellung perfektioniert, charakterisiert und mit konzentrierten Nuancen unterlegt. Bei Michael Mann ist keine Szene zu kurz oder zu lang. Jede Sekunde bringt Dramatik, Gefühl und Spannung aufrecht. Dass hier zwei so große Schauspielgrößen nebeneinander stehen ist dabei nicht mal der Punkt der "Heat" zu so einem überragenden Gangsterepos macht. Es ist vor allem das Gespür des Regisseurs diese beiden zu charakterisieren. Hier wird nicht mal eben eine: "Oh nein, sie haben noch Frau (und Kinder)"-Dramaturgie hingeklatscht. Man zeigt echte familiäre Probleme. Lässt dabei auch immer wieder mal die Darsteller einfach alleine da stehen, nachdenken und schweigen. Allein das sagt manchmal mehr als tausend Worte. Wenn Robert DeNiro oben in seiner einsamen Villa aufs Meer herausschaut. Sieht, dass er ganz weit oben steht, er seine Waffe aus der Hand legt und zu überlegen scheint, ob er so weiter machen will. Man beobachtet hier von der ersten Minute an zwei Männern, die schon zu Beginn besessen von ihrem Job sind. Die ihre Familien/Frau/Freundin warten lassen. Sie verzichten auf ein "normales" Leben und stürzen sich auf die Straßen. Ein atemloses, unterkühltes, packendes, erlebnisreiches Meisterwerk. Das vielleicht letzte große, überlebensgroßes Gangsterepos mit der wohl (mit) beeindruckendsten Schießerei aller Zeiten. Man spürt förmlich die Kraft die entsteht wenn ein Mann plötzlich mitten auf der Straße ein Maschinengewehr zückt und aufeinmal damit rumballert. 

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