The Girl With The Dragon Tattoo (David Fincher, 2011)
Da fetzt es dann auch schon ab der ersten Minute ordentlich auf dem Monitor und zieht den Zuschauer mit Trent Rezor-Klängen ähnlich beeindruckend wie schon in "The Social Network" erstmal ordentlich in den Bann. Ein wahrer Flash und erneuter stilistischer Geniestreich von Fincher. Generell ist seine Version "The Girl With The Dragon Tattoo" ein absoluter Genuss an Spannung. Man hat es so schon kommen sehen. Finchers Film zimmert den - zugegeben nicht schlechten - Vorgänger atmosphärisch fast schon in ein früheres Jahrzehnt. Das soll nicht heißen, dass nun hier durch ein höheres Budget ein besserer Film entstanden ist. Fincher hat nun mal logischerweise eine deutlich größere Erfahrung, was das inszenieren von Suspense angeht. So sind es nicht nur die Hochglanzbilder in Rückblenden, sondern auch die inszenatorischen Mittel, die der Mann nutzt um Vergewaltigung und Rache-Szene, obwohl sie zurückhaltender sind und nicht so plakativ wie im Roman beschrieben, aus meiner Sicht doch durchaus intensiver zu gestalten. Gut empfand ich es auch den Film weiter in Schweden zu drehen. Dabei wird perfekt die Kälte, die dieser Ort mit sich bringt ausgenutzt, um eine schön unangenehme Stimmung zu erzeugen.
Die Figur Blomkvist's wird dabei toll geführt und auch besser von Daniel Craig gespielt. Es wird sich dazu auch deutlich mehr Zeit für seine Figur genommen, wobei sie immer noch relativ distanziert behandelt wird. Aber so richtig Blomkvist besetzt ist, so falsch ist es leider die Lisbeth Salander in jedem Falle. Rooney Mara wirkt mehr als würde sie brav die Krallen ausfahren und kommt gegen die darstellerische Wucht von Noomie Rapace null an. Vielleicht hätte sich Fincher da für eine etwas ältere, erfahrenere Schauspielerin entscheiden sollen. Zu Mara passt der Look aus Piercings einfach nicht. Dafür macht sie einfach zu sehr den Eindruck eines braven Schulmädchen in Gothic-Klamotten. So hat auch mal der Vorgänger es geschafft überlegen gegenüber des Remakes zu sein. Ansonsten gelingt es jedoch Fincher den Thriller schlicht, einfach und sehr interessant zu strukturieren. Die Wendungen zu zerschnipseln und gekonnt aufzubauen. Er wirkt in jenem Fall gegensätzlich zum Original mehr wie ein eigener Film, als eine Buchverfilmung. Ihm gelingt es dem Produkt seinen eigenen Stil aufzudrucken. Aber auch gewisse Punkte etwas glaubwürdiger darzustellen. "The Girl With The Dragon Tattoo" sonnt sich dabei durchgehend in seiner graufarbige, düsteren Optik, die durchgehend den Zuschauer in seinen düsteren Moloch hineinzubewegen, der sich immer enger in den zusammenrückenden Handlungssträngen zusammenschließt. Hiermit wurde das Maximum aus dem Potenzial des Roman nun endgültig ausgeschöpft. Jetzt ist es aber auch gut. Guter Film.

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