Sonntag, 3. Juni 2012

Possession

Possession (Andrzej Zulawski, 1981) 







Vorsicht, Vorsicht. Wird am Anfang noch bedrohlich geflüstert, darf man sich nach ungefähr den ersten 10 Minuten darauf vorbereiten hier einen Beziehungs-Film zusehen, in dem der Zuschauer mit der Angriffstaktik "Auf ihn mit Gebrüll!" ganz listig überrumpelt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand diesen Film synchronisieren kann, da man dafür erstmal u.a. die ellenlange Schrei-Performance von Isabelle Adjani nachspielen, deren Leistung so unerträglich-großartigigste ist, die ich bisher gesehen habe. "Possession" war so DER Film vor dem ich ebenso gewarnt wurde, wie man ihn mir ans Herz gelegt hat (dazu 9er Vorhersage). Und was soll ich sagen? Beide Seiten haben absolut Recht. Konversationen, wie sie nicht heftiger und lauter sein könnten. Wer sich diesen Film vor der Ehe-Schliessung ansieht, ist selbst schuld. Dazu Horror-Elemente, der unerwartetsten und ungewöhnlichsten Stile. Egal ob geschossen, geschnitten (bei der Szene mit dem Messer habe ich gerade in ein Mars gebissen, danke vielmals!) oder gebissen wird. 


"Possession" ist ein unglaublich starkes, chaotisches, aufwühlendes und teils so abscheuliches wie geniales Meisterwerk, was Szenen hat, die nur für den finstersten Masochisten in einem zu ertragen sind. Wenn man sich darauf einlässt, wird man jedoch Zeuge von einem der intelligentesten und skurrilsten Schocker, die man seit langem gesehen hat. Für mich als Freund von solchen surrealistischen und abgründigen Werken ein absoluter Hochgenuss. Na ja, jetzt lüg ich schon wieder ein bisschen. Obwohl Wahrheit steckt da schon. Allein durch ein paar wirklich erstklassige, rasiermesserscharfe und so noch nie gehörte Dialoge. Außerdem ein paar Zitate für die Ewigkeit. Wie auch immer auf jeden Fall sehr, sehr faszinierend. Berlin als Drehort erweist sich dabei übrigens als Glücksgriff für eine vollkommen unbequeme Atmosphäre. Muss man mal erlebt haben!

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